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Die Institutsabteilung Sprechwissenschaft (ISW)

Seit ihrer Einrichtung an der Universität in Landau (1976) hat die Sprechwissenschaft die situationsbezogene mündliche Kommunikation zum Inhalt. In Forschung und Lehre befasst sie sich so mit unmittelbarer (direkter, interpersonaler) oder medienvermittelter Kommunikation in öffentlichen und beruflichen Zusammenhängen sowie in kulturellen und interkulturellen Beziehungen. Dabei verfolgt das Fach eine sozialwissenschaftliche Perspektive, indem es die Gesprächs- und Redekompetenz der Menschen in der rhetorischen, ästhetischen und therapeutischen Kommunikation untersucht.

Seitdem "Kommunikation und Medien" an der Landauer Universität einen der profilbildenden Schwerpunkte in Forschung und Lehre darstellt, soll dieser Schwerpunkt - im Zuge der Umsetzung des Campuskonzepts - gestärkt werden. (vgl. Entwicklungskonzept der Universität Koblenz-Landau vom 04. Februar 2003).

Dazu sind die Fächer Kommunikationspsychologie / Medienpädagogik und Sprechwissenschaft zu einem gemeinsamen "Institut für Kommunikationspsychologie, Medienpädagogik und Sprechwissenschaft" (abgekürzt: IKMS) - mit seinen beiden Abteilungen "Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik" (IKM) und "Sprechwissenschaft" (ISW) - im Fachbereich Psychologie zusammengelegt worden.

Ziele der Zusammenlegung sind die Überwindung struktureller Kleinteiligkeit, die Optimierung von Ressourceneinsatz und Synergieeffekten sowie die Forcierung interdisziplinärer Studiengänge und Forschung.


Studium

Die ISW ist derzeit für den Magisterstudiengang Sprechwissenschaft, die Studienrichtung Sprecherziehung im Diplomstudiengang Erziehungswissenschaft, das postgraduale Zertifikatsstudium Sprecherziehung und für das Promotionsfach Sprechwissenschaft verantwortlich. Weiterhin ist die Abteilung (mit Sprechwissenschaft als Nebenfach) am Diplomstudiengang Psychologie und an der Lehramtsausbildung beteiligt.


Forschung

Analyse, Interpretation und Optimierung von Prozessen mündlicher Kommunikation bestimmen die Forschungs- und Anwendungsfelder der ISW. Dazu ist vor allem zu rechnen:

  • dialogische Konstitution interpersonaler kommunikativer Kompetenz;

  • Prozesse der rhetorischen Kommunikation, diachron und synchron, unmittelbar und medienvermittelt;

  • Prozesse der ästhetischen Kommunikation, unmittelbar (z. B. Vortragskunst und Theater) und medienvermittelt (z. B. Hör- und Fernsehspiel);

  • Theorie und Praxis mündlicher Kommunikation in den elektronischen Medien;

  • Theorie und Praxis interkultureller Kommunikation (Ethnorhetorik und Ethnohermeneutik) in Kooperation mit der Interkulturellen Pädagogik;

  • Kommunikationsberatung und Förderung von Gesprächs- und Redekompetenz (inkl. Moderation) in pädagogischen und außerpädagogischen Feldern;

  • Präsentation in Bildungs- und Weiterbildungsbereichen sowie in Organisationen / Unternehmen außerhalb des Bildungssektors (inkl. Kunst und Therapie);

  • Öffentlichkeitsarbeit;

  • Rhetorik-Weiterbildung.

Hauptanwendungsbereich ist jedoch die Gesprächs- und Rederhetorik. Hierzu bedarf es eines sprechwissenschaftlichen Hintergrundes, um physiologische, psychologische, soziale und kulturelle Determinanten sowie die pragmatische Anwendung quantitativer wie qualitativer Untersuchungsmethoden berücksichtigen zu können.


Künftige Synergie- und Kooperationsmöglichkeiten mit der IKM

Vor dem Hintergrund zahlreicher Schnittfelder mit der IKM liegt es nahe, einen interdisziplinären, konsekutiven (BA-/MA-) Studiengang einzurichten, der unterschiedliche Spezialisierungsmöglichkeiten (z. B. Kommunikationsberatung, Medienforschung, Medienpädagogik und Rhetorik) vorsieht. Anstelle bestehender Studiengänge ließe sich der an der IKM in Planung befindliche Weiterbildungsstudiengang - gemeinsam mit der ISW - weiter konzipieren und schrittweise realisieren. Schließlich ist auch an eine Integration der beiden bisherigen Zusatzstudiengänge ("Kommunikationspsychologie / Medienpädagogik" und "Sprecherziehung") zu denken.

Synergieeffekte sind aber nicht nur im Hinblick auf Lehre und Weiterbildung, sondern auch im Bereich von Forschung - durch wechselseitige Anregung und gemeinsame Forschungsaktivitäten - und von Praxiskooperationen / Service zu erwarten.

Prof. Dr. Henner Barthel

 


 

 
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